Königin Bianca Maria Sforza – Herrschaftliches Handeln vor dem Hintergrund von Familie, Dynastie und Hof

Im Oktober 2015 habe ich mein Doktoratsstudium an der Universität Innsbruck abgeschlossen. Viele Jahre hat mich das Thema meiner Dissertation begleitet und ich freue mich, dass ich auf die Arbeit ein so gutes Feedback erhalten habe.

Trotz eines tollen Publikations-Angebots habe ich mich entschlossen die Arbeit nicht im „klassischen“ Sinn zu veröffentlichen, sondern hier auf meinem Blog zum Download zur Verfügung zu stellen. Ich möchte damit allen WissenschaftlerInnen und Interessierten ermöglichen schnell und unkompliziert auf meine Erkenntnisse zuzugreifen und sie weiter zu diskutieren.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass mit meinen Ergebnissen weiter gearbeitet wird. Ich bitte alle, die diese Dissertation verwenden, die wissenschaftlichen Richtlinien einzuhalten. Ich schlage folgende Zitierweise vor: Unterholzner, Daniela: Königin Bianca Maria Sforza (1472-1510). Herrschaftliche Handlungsspielräume vor dem Hintergrund von Familie, Dynastie und Hof, Diss., Univ. Innsbruck 2015 (genauer Link + Datum des Downloads).

 

WAS IST DER INHALT MEINER DISSERTATION?

Die Mailänderin Bianca Maria Sforza war eine spätmittelalterliche Königin (1472-1510). Bekannt wurde sie vor allem als zweite Frau Kaiser Maximilians I., dessen erste Frau Maria von Burgund 1482 verstorben war. Bianca Maria ging in die Geschichte als unerfolgreiche Herrscherin ein, die Ehe als politisch-dynastischer Misserfolg.

Ihr Leben war geprägt von ständigen Verpfändungen (teilweise wurde aus Geldnot sogar die Verpflegung ihres Hofstaates eingestellt), Streitigkeiten in ihrem Frauenzimmer zwischen den „Deutschen“ und den „Italienern“, Kinderlosigkeit und den politischen Vorkommnissen in ihrer Heimat Mailand um 1500.

Auf den ersten Blick scheint es so, als habe Bianca Maria – passiver Spielball der zeitgenössischen Politik – keinerlei Anstrengungen unternommen ihre Situation zu ändern. Beschäftigt man sich jedoch intensiv mit der beachtlichen (überlieferten) Korrespondenz der Königin und setzt man sie in den Kontext ihres italienischen Netzwerkes, erkennt man, dass sie keineswegs unpolitisch war, sondern aktiv auf die ihr zur Verfügung stehenden Mittel politischer Kommunikation zurück griff und – wenn auch nicht erfolgreich – ihre Macht nutzte.

Das Ziel der Dissertation war es einen Beitrag zur Erforschung der Frauen am Hof Maximilians I. zu leisten, zu denen trotz seiner beiden Ehen erstaunlich wenig bekannt ist. Die Möglichkeiten und Grenzen herrschaftlichen Handelns Bianca Marias zu analysieren, bilden den zentralen Fokus. Dabei wird die Königin erstmals in ihrem italienischen Netzwerk ausführlich diskutiert und aktuelle Perspektiven einer kulturwissenschaftlich orientierten Geschlechtergeschichte integriert. Über 200 Quellen habe ich neu erhoben, die bisher in der Forschung zu Bianca Maria und den Regesta Imperii noch nicht aufscheinen.

 

FÜR WEN IST DIESE WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT RELEVANT?

– Für alle, die sich mit Gender, Macht und politischer Kommunikation auseinandersetzten

– Für alle HistorikerInnen, die zu Maximilian I., den Habsburgern und Norditalien um 1500 forschen

– Für alle, die sich für Geschichte interessieren und Inputs suchen

– Für alle, die gerne diskutieren (gerne auch hier auf dem Blog)

 

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen. Haben Sie Fragen? Bitte schreiben Sie sie hier in die Kommentarfunktion oder schicken Sie mir eine Email. Ich stelle meine Dissertation auch sehr gerne auf Konferenzen oder in Lehrveranstaltungen vor. In diesem Fall schreiben Sie mir bitte eine Email (daniela.unterholzner@gmail.com).

 

DOWNLOAD

Bianca-Maria-Sforza_Daniela-Unterholzner_Online

 

Vielen Dank an das Kunsthistorische Museum Wien für die Erlaubnis das Portrait von Bianca Maria Sforza für diesen Beitrag zu verwenden: Bianca Maria Sforza, nach 1493/95, Ambrogio de’Predis, KHM Wien

2 Kommentare zu „Königin Bianca Maria Sforza – Herrschaftliches Handeln vor dem Hintergrund von Familie, Dynastie und Hof

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